Das Wichtigste in Kürze
- Der Energiebedarf sinkt mit den Jahren leicht, der Bedarf an Nährstoffen wie Calcium bleibt gleich – es zählt, was im Essen steckt.
- Eiweiß über alle Mahlzeiten verteilen und Muskeln aktiv nutzen hilft, Muskelmasse zu erhalten.
- 1.000 mg Calcium am Tag gelten für alle Erwachsenen, dazu Bewegung und Vitamin D für die Knochen.
- Laut DGE gibt es keine risikofreie Alkoholmenge; weniger ist für die Gesundheit immer besser.
- Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung umfasst ab 45 auch die Darmkrebs-Früherkennung.
Mit 50 ändert sich nicht über Nacht alles. Aber vielleicht merkst du, dass der Muskelkater nach dem Gartenarbeiten hartnäckiger ist oder dass die Ärztin bei der Vorsorge plötzlich mehr Werte anschaut. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein guter Moment, kurz innezuhalten: Was braucht mein Körper jetzt? Die Antwort ist erfreulich einfach, und sie hat nichts mit Verzicht zu tun.
Weniger Energie, gleich viele Nährstoffe
Die Referenzwerte der DGE für die Energiezufuhr sinken ab 51 leicht, besonders wenn du dich im Alltag wenig bewegst. Der Bedarf an vielen Nährstoffen bleibt dagegen gleich: Calcium etwa ist mit 1.000 mg am Tag für alle Erwachsenen gleich hoch, beim Eiweiß steigt der Referenzwert ab 65 sogar. Das bedeutet: Es kommt mehr darauf an, was auf dem Teller liegt. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Samen liefern viele Nährstoffe pro Bissen. Süßes, Knabbereien und stark verarbeitete Produkte liefern eher Energie und wenig anderes. Das heißt nicht, dass Kuchen verboten ist. Es heißt nur, dass das Fundament wichtiger wird.
Muskeln: Eiweiß plus Bewegung
Muskeln sind nicht nur fürs Fitnessstudio da. Sie tragen dich die Stiegen hinauf, halten dich im Gleichgewicht und schützen im Alter vor Stürzen. Fachleute der Internisten im Netz weisen darauf hin, dass ab etwa 50 Muskelmasse verloren geht, oft unbemerkt. Zwei Dinge wirken dagegen zusammen:
- Eiweiß über den Tag verteilen: Die DGE nennt für Erwachsene bis 65 einen Referenzwert von 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 einen Schätzwert von 1,0 g. Statt das meiste Eiweiß abends zu essen, verteil es besser auf alle Mahlzeiten: Joghurt oder Sojajoghurt mit Haferflocken in der Früh, Linsen oder Fisch zu Mittag, Tofu, Ei oder Bohnen am Abend.
- Muskeln nutzen: Krafttraining ist laut den Internisten im Netz der wichtigste Reiz für den Muskelaufbau. Schon zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche sind ein guter Start, egal ob mit Gewichten, Therabändern oder dem eigenen Körpergewicht.
Pflanzliches und tierisches Eiweiß unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Laut DGE lässt sich das gut ausgleichen, indem du Lebensmittel kombinierst, zum Beispiel Getreide mit Hülsenfrüchten. Mehr dazu in Pflanzliche Proteine.
Knochen: Calcium, Vitamin D und Bewegung
Calcium ist ein Grundbaustein der Knochen. Laut DGE holt sich der Körper fehlendes Calcium aus dem Knochen, wenn über längere Zeit zu wenig ankommt. Calcium, Bewegung und Vitamin D sind gemeinsam ein wichtiger Faktor gegen Osteoporose. Gute Calciumquellen sind Milchprodukte, calciumreiches Mineralwasser, mit Calcium angereicherte Pflanzendrinks, Tofu mit Calciumsulfat, Brokkoli, Grünkohl und Sesam. Für Frauen sind die Knochen ab den Wechseljahren besonders wichtig, mehr dazu in Wechseljahre und Ernährung. Vitamin D ist ein eigenes Thema: Lies dazu Vitamin D für Erwachsene.
Herz und Darm: mehr Pflanzen, weniger Salz
Für Herz und Gefäße gilt ab 50 dasselbe wie vorher, nur mit mehr Nachdruck: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn, hochwertige Öle wie Rapsöl, wenig Salz. Wie du Salz sparst, ohne aufs Jod zu verzichten, liest du in Salz und Blutdruck. Ballaststoffe sind gleichzeitig gut für Verdauung, Blutzucker und Blutfette, die meisten Erwachsenen essen aber deutlich zu wenig davon. Wie du auf die empfohlenen 30 g kommst, findest du in Ballaststoffe für Erwachsene.
Alkohol: die nüchterne Faktenlage
Lange galt das Glas Rotwein am Abend als gut fürs Herz. Diese Sicht hat sich geändert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält in ihrem Positionspapier von 2024 fest, dass es keine risikofreie Alkoholmenge gibt. Alkohol steht mit über 200 Krankheiten und Gesundheitsfolgen in Verbindung, darunter Krebsarten wie Brust- und Darmkrebs, Bluthochdruck und Lebererkrankungen. Die DGE empfiehlt daher, auf Alkohol zu verzichten. Wer trinkt, soll zumindest größere Mengen und Rauschtrinken vermeiden. Das ist keine Moralpredigt, sondern eine Information: Jedes Glas weniger senkt das Risiko.
Ein Spritzer aus Mineralwasser mit einem Schuss Holunder- oder Johannisbeersaft, kalter Kräutertee mit Zitrone oder ein heißer Ingwertee machen den Feierabend genauso gemütlich.
Vorsorge: was dir in Österreich zusteht
Ab 18 kannst du in Österreich einmal jährlich kostenlos zur Vorsorgeuntersuchung. Dort wird unter anderem dein Herz-Kreislauf-Risiko eingeschätzt, etwa anhand von Blutdruck und Gewicht, der Blutzucker gemessen und über Alkohol und Rauchen gesprochen. Mit den Jahren kommen weitere Angebote dazu:
- Ab 45: Darmkrebs-Früherkennung, entweder ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl alle zwei Jahre oder eine Vorsorge-Koloskopie alle zehn Jahre.
- Frauen von 45 bis 69: Mammografie alle 24 Monate, ohne Überweisung über die e-card.
- Ab 65: ein besonderes Augenmerk auf Hören und Sehen.
Die Vorsorgeuntersuchung beinhaltet auch ein Beratungsgespräch zu Lebensstil und Ernährung. Wenn du Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln, Gewicht oder Medikamenten hast, ist das ein guter Rahmen. Für eine individuelle Ernährungsberatung sind Diätologinnen und Diätologen die richtigen Fachleute.
So klappt’s bei euch
Was dieser Ratgeber für euren Ernährungsstil bedeutet.
Verteil Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh und Sojaprodukte auf alle Mahlzeiten und kombiniere sie mit Getreide. Calcium kommt aus angereicherten Pflanzendrinks, Calciumsulfat-Tofu und calciumreichem Mineralwasser, B12 weiterhin als Präparat.
Joghurt, Topfen, Käse und Eier machen es leicht, in jeder Mahlzeit etwas Eiweiß unterzubringen. Hülsenfrüchte bleiben trotzdem wichtig, vor allem für Ballaststoffe und Eisen.
Fisch liefert hochwertiges Eiweiß und, bei fettem Seefisch, Omega-3-Fettsäuren. An den anderen Tagen übernehmen Hülsenfrüchte und Milchprodukte.
Mageres Fleisch und Fisch liefern gut verwertbares Eiweiß. Die DGE empfiehlt höchstens 300 g Fleisch und Wurst pro Woche, der Rest des Eiweißes darf gern aus Hülsenfrüchten und Milchprodukten kommen.
Häufige Fragen
Brauche ich ab 50 mehr Eiweiß?
Bis 65 nennt die DGE 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 einen Schätzwert von 1,0 g. Wichtig ist, Eiweiß über die Mahlzeiten zu verteilen und die Muskeln regelmäßig zu fordern.
Ist ein Glas Wein am Tag gesund?
Nach aktuellem Stand nein. Die DGE hält fest, dass es keine risikofreie Alkoholmenge gibt, und empfiehlt, auf Alkohol zu verzichten. Wer trinkt, sollte größere Mengen und Rauschtrinken vermeiden.
Ab wann wird in Österreich Darmkrebs-Vorsorge angeboten?
Ab 45 im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung: wahlweise ein Stuhltest auf verborgenes Blut alle zwei Jahre oder eine Darmspiegelung alle zehn Jahre.
Quellen
- DGE – Referenzwerte Proteinwww.dge.de
- DGE – Referenzwerte Calciumwww.dge.de
- DGE – Pressemitteilung zum Positionspapier Alkohol (15.8.2024)dkfz.de
- Gesundheitsportal – Die Vorsorgeuntersuchung auf einen Blick (Stand 27.1.2026)www.gesundheit.gv.at
- Internisten im Netz / apotheken.de – Eiweißbedarf im Alterwww.apotheken.de
Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Kinderärztin, Kinderarzt oder Diätologin. Er gibt den Wissensstand zum angegebenen Datum wieder.